20. November 2011

"Ich esse eben gern"

Diese Aussage höre ich oft. Ein Glück finde ich, auch wenn die Meisten, die zu mir kommen und das sagen, dabei einen etwas leidvollen Blick auf ihren Körper werfen.

Wer gerne isst, liebt den Genuss. Es ist eine Qualität, sich an etwas zu erfreuen, was wir ohnehin tun müssen: Essen. Wenn dazu auch noch die Lust an der Zubereitung, dem Kochen, kommt, umso besser. Was kann daran problematisch sein?

Eine kleine, feine Sache: Wahrzunehmen, dass wir essen, was wir essen und wie wir es essen. Natürlich wissen wir, was wir auf dem Teller haben, aber nehmen wir wirklich wahr, wie es heute schmeckt? Jedes Essen - haben wir es auch noch so oft gegessen - schmeckt immer anders. Das liegt daran,
  • dass es jedes Lebensmittel nur einmal gibt, jedes Schnitzel, jede Rosine, jede Nuss: Einmal in den Mund genommen ist es weg, für immer. Sollte jede Tomate gleich schmecken? Vielleicht wünschen wir uns das, wenn es besonders lecker war, damit bekommt es jedoch etwas Beliebiges.
  • dass der Koch nicht jeden Tag die gleiche Laune hat: Die Laune des Kochs macht das Essen zu einem einmaligen Erlebnis.
Schauen Sie also genau hin, wenn Sie das nächste Mal Ihr Lieblingsessen auf dem Teller haben, es ist einmalig, dass, was jetzt vor Ihnen liegt. Und dann "schmecken" Sie hin:
Ist es so, wie Sie es in Erinnerung hatten oder ist es anders? Was ist anders?
Mögen Sie die Konsistenz?
Was genau ist es, dass es für Sie zu einem Besonderen Essen macht? -
Probieren Sie sich aus, schließlich essen Sie ja nicht einfach nur: Sie essen gern!
Und das, was Sie da vor sich haben ist einmalig, es verschwindet dann, für immer.

Genussvolle Momente

Ihre Elke Scheffer

Lassen Sie sich gern verführen?


Wenn ja, sollte es Sie interessieren, dass zwischen Verführung und Entführung manchmal nur ein winziger Schritt ist.


Es fängt ganz harmlos an, sie tun es gern ,- und natürlich immer wieder. Das ist völlig normal, wenn etwas gefällt. Doch was bedeutet Verführung eigentlich für uns selbst: Sich dem Moment hinzugeben, vergessen was war und was noch kommt, genießen was ist, jetzt!

Doch genau hier werden wir oft entführt. Der Wechsel passiert in Sekundenschnelle: Sie nehmen ein Stück Schokolade, sie zergeht auf der Zunge, cremig, weich, verführerisch: Genuss, Hingabe ...
und im nächsten Moment, unbemerkt, ist es da: "Mehr"! Meist haben wir noch nicht zu Ende gekaut und beginnen schon zu schauen, wie viel davon noch auf dem Teller ist (oder noch im Schrank).

Was ist passiert? Wir haben uns von unseren Gedanken entführen lassen. "Lecker" bringt - wenn wir uns nicht in Genuss und Hingabe üben - den Wunsch nach mehr mit sich und die Überlegung, wie wir möglichst schnell daran kommen. Und hier wird es interessant:
Nur wenn wir wirklich erleben, was gerade in auf unserer Zunge passiert, erleben wir den vollen Genuss, - der Gedanke an "mehr" bringt uns davon weg. Wollten wir das?
Wenn wir wieder im Moment ankommen, gibt es Vieles von dem wir uns verführen lassen können.

Lassen Sie sich verführen - immer wieder und nur für diesen Moment!

Ihre Elke Scheffer